Die Zeitschrift ‘Gartenbahn-Profi’ hat seit Beginn des Jahres eine neue Homepage. Das Design der Seite wurde nicht nur optisch modernisiert, sondern auch um weitere Elemente bereichert. Interessant ist vor allem der Nachrichten-Blog. Hier bekommen nicht nur Abonnenten der Zeitschrift aktuelle Informationen zu den Themenbereichen Spielwarenmesse und Gartenbahn-Profi. Nach eigenen Worten der Zeitschrift war es auch ein Ziel, den Servicebereich übersichtlicher zu gestalten, in dem es Download-Angebote zu den Printausgaben gibt. Neu ist auch ein Kalender, in dem auf interessante Veranstaltungen für Gartenbahner hingewiesen wird, zum Beispiel auf Faszination Modellbau in Karlsruhe (Stand: 23.01.11). Ein gelungenes Facelifting.

Gerd Neumann und Lok Roxel

Gerd Neumann und Lok Roxel

Die Freude ist Gerd Neumann ins Gesicht geschrieben. Stolz steht er vor Roxel, dem Echtdampf-Modell einer kleinen Feldbahnlok, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg zum Abtransport der Trümmerberge auch in Münster eingesetzt wurde. Das ist die Heimatstadt von Neumann, der dort eine Werkstatt für Feinmechanik und Optik hat – im Stadtteil Roxel. Vor einem Jahr leistete er sich eine neue Fräsmaschine. Um deren Funktionen bis ins kleinste Detail kennenzulernen, benötigte er ein Muster, mit dem er experimentieren konnte. „Zuerst war es nur eine abgefahrene Idee, aber dann dachte ich, der Bau einer Echtdampflok wäre das richtige Projekt“, erinnert sich der Münsteraner. Zum Ausgleich für viele Stunden Arbeit am Computer wollte er sichzudem einen handwerklichen Ausgleich schaffen. Mehr als 400 Arbeitsstunden später steht Roxel auf den Gleisen einer der Schauanlagen in Halle eins in Karlsruhe. Am Ende wurde es dann doch noch eng. Die Ätzschilder kamen erst drei Tage vor Veranstaltungsbeginn. Nun ist aller Stress vergessen und Neumann bewundert sein Werk.

In Roxel stecken 400 Stunden arbeit

In Roxel stecken 400 Stunden arbeit

Die Geschichte seines Lokomotivbaus hat er in einem kleinen Fotoalbum verewigt, das an diesem Wochenende schon durch viele Hände gegangen ist. Jeder Baufortschritt ist dokumentiert, vom Löten der Bleche über die Montage der Zylinder bis zum Lackieren des fertigen Modells. Das bringt dem Münsteraner unter den Besuchern viel Bewunderung ein. Bewundert wird Neumann auch von seinem kleinen Sohn. Auf ein Wiedersehen freut er sich nach drei Tagen in Karlsruhe. „Dieses Jahr war er noch zu klein, aber nächstes Mal bringe ich ihn vielleicht auch mit“, sagt Neumann, dessen Sohn sich auch schon für das kleine schnaufende Gefährt interessiert. Die Tage beim Echtdampf-Hallentreffen waren für den Lokbauer aus Münster voller wertvoller Erfahrungen. Vor allem die Gespräche mit den vielen anderen Echtdampf-Bahnern haben ihm gefallen, weil dabei eine Menge praktisches Wissen vermittelt worden sei. Die Kontakte zu den Usern des Buntbahnforums will er dennoch nicht missen. Von dort hatte er auch die Pläne für seine Echtdampf-Feldbahnlok bekommen. Vom Dampf infiziert, überlegt Neumann bereits, ob er im nächsten Jahr neben seinem Sohn noch eine neue Dampflok mitbringen sollte.

Fotos dokumentieren die Arbeitsschritte

Fotos dokumentieren die Arbeitsschritte

Schienenverbinder von miha Modell+

Schienenverbinder von miha Modell+

Für Gartenbahner, die ihre Züge auf originalgetreue Gleise setzen, stellte miha Modell+ eine interessante Neuheit vor. Kurz vor dem Echtdampf-Hallentreffen in Karlsruhe hat Hartmut Klebsch nach eigenen Worten zwei Varianten eines Schienenverbinders fertig gestellt. Wie beim Vorbild werden die Schienenprofile am Steg mit zwei Laschen verbunden, die durch jeweils zwei Bolzenschrauben an den Profilen befestigt werden. Einer der beiden Schienenverbinder hat zusätzlich noch einen Fuß. Um die Montage der filigranen Verbinder einfacher zu machen, empfiehlt Klebsch keine Löcher zu bohren, sondern einen Nut in den Steg der Schiene zu fräsen. Der Preis für die Schienenverbinder steht noch nicht fest. ‚Gartenbahnnachrichten’ wird die neuen Schienenverbinder testen und darüber berichten.

Neu von miha Modellbau ist auch ein Schwerlastwagen für die Spurweite IIm, der mit Schienenprofilen beladen ist. Ein weiterer, für Spur I gebauter Waggon, soll eventuell auch in einer Spur-IIm-Variante gebaut werden.

Echtdampf-Hallentreffen 2011

Schwerlastwaggon Spur IIm

Am Mittwoch (19.01.11) hat Märklin die Neuheitenkataloge auf seinen Internetseiten veröffentlicht. Auch für die Marke LGB gibt es eine Reihe interessanter Neuheiten. Deren Prospekt ist auf der Homepage von LGB in der Rubrik Service als PDF-Datei abrufbar. In wenigen Tagen werden einige neue Modelle erstmals der Fachpresse und dem Handel auf der Internationalen Spielwarenmesse vorgestellt. Highlights sind die beiden sächsischen Schmalspurloks IK und IIK.

Mit 68 Seiten zeigt der Neuheitenkatalog wieder einen gestiegenen Umfang. Einige der vorgestellten Modelle sind aber Neuauflagen älterer Modelle. Mit den Neuheiten zeigt sich, dass Märklin mit seiner Marke LGB auf drei Segmente zu setzen scheint: Neben den deutschen Schmalspurbahnen sind es schweizerische und amerikanische Fahrzeuge, die unter den Neuheiten zu finden sind.

Zum Jahreswechsel hatte bereits Piko seine Neuheiten 2011 veröffentlicht. Das Modell des deutschen Krokodils, der BR 194, ist dort das Highlight unter den Neuheiten. Neu sind auch die vierachsigen Personenzugwagen vom Typ Bnb, die so genannten Silberlinge. Eine amerikanische Tenderlokomotive der Rio Grande rundet die Pallette der Formneuheiten bei Piko ab. Außerdem gibt es auch hier mehrere bekannten Modelle in neuen Varianten, wie die BR 218 in City-Bahn-Lackierung.

Echtdampf in Karlsruhe 2011

Echtdampf in Karlsruhe 2011

Zum zweiten Mal fand das Echtdampf-Hallentreffen vom 14. bis zum 16. Januar 2011 in der Messe Karlsruhe statt. Heiter bis wolkig war nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung unter Besuchern, Teilnehmern und Ausstellern. Während die Witterung im Vorjahr noch für weniger gute Besucherzahlen sorgte, sahen einige Aussteller einen steigenden Trend. 20.000 Menschen kamen laut Veranstalter Messe Sinsheim in diesem Jahr zum Echtdampfevent. Neben den überwiegend eingefleischten Echtdampf-Fans tummelten sich auch zahlreiche Interessierte in den beiden Messehallen und blickten erstaunt auf die Vielfalt dampfbetriebener Fahrzeuge. Auch wenn das Flair von Sinsheim nicht übertragbar war, bilden sich verschiedene Vorzüge der Karlsruher Messehallen heraus. Vor allem die Höhe der Hallen wird von den Ausstellern als Gewinn betrachtet. Ausbaufähig ist dagegen die Vernetzung von Verkauf und Schauanlagen, insbesondere der großen Spurweiten, die wieder in der Halle 2 untergebracht waren. Hier hätten sich Aussteller und Besucher eine Verbindung gewünscht, damit sich auch neben den Ständen mehr Dampf breitmacht.

Neben vielen alt bekannten Ausstellern und Teilnehmern gab es auch dieses Jahr wieder einige Neulinge und Neuheiten beim Echtdampfhallentreffen. Einige davon werden die Gartenbahnnachrichten in den nächsten Tagen vorstellen.

Der Spielwarenhersteller, zu dem auch die Marke LGB gehört, ist laut Medienberichten gerettet. Möglich wurde dies, weil die Mehrheit der Gläubiger des Unternehmens dem vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt hat. Darin ist festgelegt, dass Märklin zunächst eine Summe von 33 Millionen Euro an seine Gläubiger zurückzahlt, die zudem weiter Eigentümer bleiben, bis ein Käufer gefunden ist. Das Geld hat das Unternehmen in den beiden vergangenen Jahren erwirtschaftet. Insgesamt beläuft sich die Summe offenen Forderungen aber auf rund 90 Millionen Euro. Von dem jetzt ausgezahlten Geld geht der größte Teil an drei Banken.

Das Traditionsunternehmen hatte Anfang 2009, im 150. Jahr seines Bestehens, Insolvenz anmelden müssen. Durch einen rigiden Sparkurs und eine Umstrukturierung konnte der Insolvenzverwalter Michael Pluta das Unternehmen wieder profitabel wirtschaften lassen. Mehr als 400 Arbeitsplätze fielen der “Rosskur” zum Opfer. Die beiden verbliebenen Produktionsstandorte in Göppingen und dem ungarischen Györ sollen nun gesichert sein. Ab Januar 2011 wird Märklin von Stefan Löbich als neuem Geschäftsführer geleitet. Er will zunächst das Deutschlandgeschäft in Ordnung bringen, um sich dann ausländischen Märkten zuzuwenden. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg sollen im Februar 2011 verschiedene neue Produkte vorgestellt werden. Auch die Suche nach einem Käufer für Märklin werde weiter gehen.

Als Erfolg auf ganzer Strecke wertet der Veranstalter die Internationale Modellbauausstellung in Köln. An den vier Tagen seien insgesamt 65.000 Besucher gezählt worden. Darin eingerechnet sind auch die Besucher des Kölner Echtdampftreffens, von „mein Steckenpferd“ und „Lego Fanwelt“, die parallel  in den Messehallen stattfanden. Mit dem Erfolg konnte die Messe Sinsheim nach eigenen Angaben den negativen Trend der letzten Jahre umkehren: „Die  Internationale Modellbahn-Ausstellung 2010 in Köln hat mit der letzten Weiche vor dem Abstellgleis den negativen Trend verlassen und nimmt wieder Fahrt in Richtung Erfolgsspur auf.“ Insgesamt präsentierten sich 120 Firmen aus 13 Ländern bei der Fachausstellung, die alle zwei Jahre in Köln stattfindet. Im Vergleich zum Vorjahr war die Fläche nach Angaben von Ausstellern verringert worden.

„Es sind nach unser Wahrnehmung mehr Menschen gekommen“, berichtet etwa Sven Linden, der eine positive Bilanz zieht. Wie für ihn, ist die Ausstellung inzwischen auch für viele andere Teilnehmer weniger eine Möglichkeit, die eigenen Produkte zu verkaufen, als vielmehr ein Marketinginstrument. „Es finden sich immer noch Besucher aus der Region, die uns nicht kennen“, sagt Linden, Inhaber des bekannten Fachgeschäfts.  Ähnliche Einschätzungen hätten auch andere Aussteller abgegeben, berichtet Andreas Wittur, Prokurist der Messe Sinsheim. Auch der hohe Anteil von Familien mit Kindern erfreue die Aussteller, die dies als Signal werten, dass es wieder ein wachsendes Interesse an Modelleisenbahnen gibt, so der Veranstalter. Die Branche profitiert hier offenbar von der breiteren Themenpalette in den Messehallen, die nicht nur Modellbahner anspricht. Im Sog von bunten Spielsteinen, Bastelutensilien und Modelltrucks entdecken Familien auch die Modellbahn neu. Ob dieser Trend von Dauer sein wird, zeigt sich spätestens in zwei Jahren, bei der nächsten IMA in Köln.

Nächste Seite »